Geneva-Score
Die klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie mit dem revidierten Geneva-Score nachschlagen
Den revidierten Geneva-Score strukturiert nachschlagen — 8 Kriterien und Punktwerte zur klinischen Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie.
Was ist der Geneva-Score?
Der revidierte Geneva-Score schätzt die klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie anhand von acht Kriterien ein. Er wurde 2006 von Le Gal und Kollegen beschrieben und kommt ohne subjektive Einschätzung einer Alternativdiagnose aus.
Jedes zutreffende Kriterium ergibt Punkte, die addiert werden. Die Summe wird in drei Wahrscheinlichkeitsstufen (niedrig, intermediär, hoch) oder in zwei Stufen (Lungenembolie unwahrscheinlich bzw. wahrscheinlich) eingeordnet.
Der Score ist eine Entscheidungshilfe für das weitere diagnostische Vorgehen. Das konkrete Vorgehen richtet sich nach der jeweils gültigen Leitlinie und der ärztlichen Beurteilung.
Wahrscheinlichkeitsstufen — Orientierung
Ungefähre Prävalenzen der Lungenembolie in der Validierungskohorte (Le Gal et al. 2006). Konkrete diagnostische Algorithmen unterscheiden sich je nach Leitlinie und sind hier nicht wiedergegeben. Keine Diagnose.
Kriterien des revidierten Geneva-Scores
Übersicht der acht Kriterien und ihrer Punktwerte.
+1
Alter über 65 Jahre
+3
Frühere tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie
+2
Operation oder Fraktur innerhalb des letzten Monats
+2
Aktive Krebserkrankung
Solide oder hämatologische Malignität, aktiv oder als „geheilt“ vor weniger als 1 Jahr
+3
Einseitiger Beinschmerz
+2
Hämoptyse
+3 / +5
Herzfrequenz
75–94/min = 3 Punkte · ≥ 95/min = 5 Punkte
+4
Schmerz bei tiefer Venenpalpation und einseitiges Beinödem
Hinweis: Die Darstellung ist sinngemäß zusammengefasst. Für die Anwendung gilt die jeweils verwendete Originalfassung bzw. die aktuelle Leitlinie.
Quellen: Le Gal G, et al. Prediction of pulmonary embolism in the emergency department: the revised Geneva score. Annals of Internal Medicine 2006;144(3):165–171.
So nutzen Sie den Geneva-Score in ArztGPT
Kriterien nachschlagen
Die Kriterien des revidierten Geneva-Scores strukturiert abrufen.
Ergebnis einordnen
ArztGPT hilft, die Punktzahl im klinischen Kontext einzuordnen.
Befund dokumentieren
Punktzahl und Einordnung für Aufnahmebefund oder Arztbrief strukturiert festhalten.
Klinische Bedeutung des Geneva-Scores
Objektive Kriterien
Der Score beruht auf Anamnese, Herzfrequenz und klinischen Zeichen.
Wahrscheinlichkeit einschätzen
Die Punktzahl hilft bei der Einschätzung der klinischen Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie.
Einfacher Gesamtwert
Die Punkte der Kriterien werden addiert.
Leitlinie beachten
Konsequenzen für die weitere Diagnostik richten sich nach der aktuellen Leitlinie.
Alternative zum Wells-Score
Der Geneva-Score wird neben dem Wells-Score zur Einschätzung der Vortestwahrscheinlichkeit verwendet.
Nur Entscheidungshilfe
Der Score ersetzt nicht die ärztliche Beurteilung im Einzelfall.
FAQ zu zum Geneva-Score
Was ist der Geneva-Score?
Der revidierte Geneva-Score schätzt die klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie anhand von acht Kriterien ein, darunter Alter, Vorerkrankungen, Operation oder Fraktur, Krebserkrankung, Beinsymptome, Hämoptyse und Herzfrequenz.
Wie wird der Geneva-Score berechnet?
Jedes zutreffende Kriterium ergibt Punkte, die addiert werden. Die Summe wird in drei Wahrscheinlichkeitsstufen (0–3 niedrig, 4–10 intermediär, ab 11 hoch) oder in zwei Stufen (bis 5 unwahrscheinlich, ab 6 wahrscheinlich) eingeordnet.
Was ist der Unterschied zwischen Geneva-Score und Wells-Score?
Beide schätzen die klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie. Der Wells-Score enthält mit „Lungenembolie wahrscheinlicher als eine Alternativdiagnose“ ein subjektives Kriterium, der revidierte Geneva-Score nicht.
Ersetzt der Geneva-Score die ärztliche Beurteilung?
Nein. Der Score ist eine Entscheidungshilfe. Über Diagnostik und Vorgehen entscheidet die behandelnde Fachperson auf Grundlage der Leitlinie und des Einzelfalls.
Kann ich mit ArztGPT den Geneva-Score automatisch berechnen lassen?
Nein. ArztGPT führt keine eigenständige Berechnung oder Auswertung am Patienten durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt. Die Referenz hilft, Kriterien und Einordnung strukturiert nachzuschlagen — die Bewertung bleibt Aufgabe der behandelnden Fachperson.
Was kostet die Geneva-Score-Referenz in ArztGPT?
ArztGPT bietet eine kostenlose 7-Tage-Testphase — in der Testphase entsteht kein Bezahlabonnement. Danach steht ArztGPT Pro für 49 €/Monat (inkl. MwSt.) zur Verfügung.
Weitere Rechner und Klinische Tools
Geneva-Score jetzt nachschlagen
Kriterien und Einordnung des Geneva-Scores strukturiert nachschlagen und dokumentieren — in ArztGPT. Jetzt 7 Tage kostenlos testen.
Geneva-Score nachschlagenHinweis: Die Darstellung des Geneva-Scores dient der Informationsaufbereitung für medizinisches Fachpersonal und ersetzt weder die Einschätzung beim Patienten noch eine ärztliche Diagnose. ArztGPT führt keine eigene Einschätzung durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt (MDR EU 2017/745).