Wells-Score · Lungenembolie · Vortestwahrscheinlichkeit

Wells-Score Rechner
Lungenembolie-Wahrscheinlichkeit einschätzen

Klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie anhand von sieben Kriterien einschätzen und das weitere diagnostische Vorgehen (D-Dimer, Bildgebung) einordnen.

Wells PS et al., 2001
7 Kriterien
Max. 12,5 Punkte

Was ist der Wells-Score für Lungenembolie?

Der Wells-Score ist ein klinisches Instrument zur standardisierten Einschätzung der Vortestwahrscheinlichkeit einer akuten Lungenembolie und steuert die Auswahl der nächsten diagnostischen Schritte.

Der Score wurde von Wells PS et al. (Ann Intern Med, 2001) entwickelt und wird in Kombination mit D-Dimer-Bestimmung und Bildgebung im diagnostischen Algorithmus bei Verdacht auf Lungenembolie eingesetzt.

Sieben Kriterien werden mit 1 bis 3 Punkten gewichtet — der Gesamtscore reicht von 0 bis maximal 12,5 Punkten.

Wells-Kriterien

TVT-ZeichenKlinische Zeichen einer tiefen Venenthrombose (Beinschwellung, Schmerz bei Palpation)
3 Punkte
Alternative unwahrscheinlicherLungenembolie mindestens ebenso wahrscheinlich wie eine andere Diagnose
3 Punkte
HerzfrequenzHerzfrequenz > 100/min
1,5 Punkte
Immobilisation/OPImmobilisation ≥ 3 Tage oder Operation in den letzten 4 Wochen
1,5 Punkte
TVT/LE anamnestischFrühere tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie
1,5 Punkte
HämoptyseHämoptyse
1 Punkt
MalignomMalignom mit Therapie in den letzten 6 Monaten oder palliativer Situation
1 Punkt

Quelle: Wells PS et al., Derivation of a simple clinical model to categorize patients probability of pulmonary embolism, Ann Intern Med 2001.

Risikoeinordnung nach Wells-Score

Klassische dreistufige Einteilung der klinischen Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie.

≤ 1 Punkt

Niedrige klinische Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie

2–6 Punkte

Moderate klinische Wahrscheinlichkeit — weiterführende Diagnostik indiziert

≥ 7 Punkte

Hohe klinische Wahrscheinlichkeit — Bildgebung ohne Zeitverzug empfohlen

In vielen Algorithmen wird zusätzlich eine zweistufige Einteilung verwendet: ≤ 4 Punkte „PE unwahrscheinlich" (D-Dimer-gestützter Ausschluss möglich), > 4 Punkte „PE wahrscheinlich" (Bildgebung indiziert). Quelle: Wells PS et al., Ann Intern Med 2001.

So werten Sie den Wells-Score in ArztGPT aus

1

Befunde eingeben

Klinische Zeichen, Vorgeschichte, Vitalwerte und Risikofaktoren des Patienten angeben.

2

Score berechnen

ArztGPT berechnet den Wells-Score aus den angegebenen Kriterien.

3

Klinisch einordnen

Weiteres diagnostisches Vorgehen im Kontext der Vortestwahrscheinlichkeit einordnen.

Klinische Bedeutung des Wells-Score

Steuerung der Diagnostik

Der Score entscheidet, ob ein D-Dimer-gestützter Ausschluss ausreicht oder direkt eine Bildgebung erfolgen sollte.

Kombination mit D-Dimer

Bei niedriger bis moderater Wahrscheinlichkeit und unauffälligem D-Dimer kann eine Lungenembolie in der Regel ausgeschlossen werden.

Etabliertes Instrument

Der Wells-Score gehört neben dem revidierten Genfer Score zu den am häufigsten validierten Scores zur PE-Wahrscheinlichkeit.

Kein Ersatz für Bildgebung

Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit sollte unabhängig vom D-Dimer zeitnah eine Bildgebung erfolgen.

Nicht mit TVT-Score verwechseln

Für die tiefe Venenthrombose existiert ein eigener Wells-Score mit anderen Kriterien.

Teil des Gesamtalgorithmus

Der Score ist ein Baustein im diagnostischen Gesamtalgorithmus und ersetzt nicht die klinische Einschätzung.

FAQ zum Wells-Score

Wie wird der Wells-Score für Lungenembolie berechnet?

Der Score summiert sieben klinische Kriterien: klinische Zeichen einer tiefen Venenthrombose (3 Punkte), Lungenembolie mindestens ebenso wahrscheinlich wie eine Alternativdiagnose (3 Punkte), Herzfrequenz > 100/min (1,5 Punkte), Immobilisation ≥ 3 Tage oder OP in den letzten 4 Wochen (1,5 Punkte), frühere TVT oder Lungenembolie (1,5 Punkte), Hämoptyse (1 Punkt) und Malignom (1 Punkt).

Was bedeuten die drei Risikoklassen des Wells-Score?

In der klassischen dreistufigen Einteilung gilt: ≤ 1 Punkt niedrige, 2–6 Punkte moderate und ≥ 7 Punkte hohe klinische Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie. Die Einordnung bestimmt das weitere diagnostische Vorgehen.

Was ist die zweistufige Einteilung des Wells-Score?

In vielen diagnostischen Algorithmen wird der Wells-Score dichotomisiert: ≤ 4 Punkte gelten als „PE unwahrscheinlich" — hier kann bei unauffälligem D-Dimer auf weitere Bildgebung verzichtet werden. > 4 Punkte gelten als „PE wahrscheinlich" — hier ist in der Regel direkt eine Bildgebung (z. B. CT-Pulmonalisangiographie) indiziert, unabhängig vom D-Dimer.

Ersetzt der Wells-Score die Bildgebung?

Nein. Der Wells-Score strukturiert die Vortestwahrscheinlichkeit und steuert die Auswahl der nächsten diagnostischen Schritte (D-Dimer, CT-Pulmonalisangiographie, Ventilations-Perfusions-Szintigraphie). Er ersetzt keine bildgebende Diagnostik und keine ärztliche Gesamtbeurteilung.

Gibt es auch einen Wells-Score für die tiefe Venenthrombose?

Ja. Der Wells-Score für TVT verwendet andere Kriterien (u. a. Beinumfangsdifferenz, oberflächliche Kollateralvenen, aktive Krebserkrankung) als der hier beschriebene Wells-Score für Lungenembolie. Beide Scores sollten nicht verwechselt werden.

Was kostet der Wells-Score-Rechner?

ArztGPT bietet eine kostenlose 7-Tage-Testphase mit Zugriff auf alle Rechner und Module. Danach steht ein Pro-Abonnement für 49 €/Monat zur Verfügung.

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Hinweis: Der Wells-Score-Rechner dient der Informationsaufbereitung für medizinisches Fachpersonal. Alle Berechnungen ersetzen keine ärztliche Beurteilung. Die Entscheidung über das weitere diagnostische Vorgehen muss stets im klinischen Gesamtkontext getroffen werden. ArztGPT ist kein zugelassenes Medizinprodukt (MDR EU 2017/745). Die klinische Entscheidung obliegt ausschließlich dem behandelnden Arzt.