Onkologie · Hämatologie

Ann-Arbor-Klassifikation
Lymphom-Stadien nachschlagen

Die Ann-Arbor-Klassifikation strukturiert nachschlagen — Stadien I bis IV und die Zusätze A/B, E, S und X zur anatomischen Stadieneinteilung von Lymphomen.

Stadieneinteilung
4 Stadien · Zusätze A/B, E, S, X
Quelle: Carbone et al. 1971

Was ist die Ann-Arbor-Klassifikation?

Die Ann-Arbor-Klassifikation ist ein anatomisches Stadiensystem für Lymphome. Sie beschreibt, wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat: auf wie viele Lymphknotenregionen, auf welcher Seite des Zwerchfells und ob Organe außerhalb des Lymphsystems beteiligt sind. Ursprünglich wurde sie für das Hodgkin-Lymphom entwickelt (Carbone et al. 1971) und wird auch für Non-Hodgkin-Lymphome verwendet.

Es werden vier Stadien (I–IV) unterschieden. Ergänzend wird mit A (ohne) oder B (mit B-Symptomen) angegeben, ob allgemeine Krankheitssymptome vorliegen. Weitere Zusätze sind E (extranodaler Befall), S (Milzbefall) und X (große Tumormasse, „bulky disease“). Die Cotswold-Modifikation (Lister et al. 1989) hat das System ergänzt.

Aktuell wird für das Staging nodaler Lymphome häufig die Lugano-Klassifikation (Cheson et al. 2014) genannt, die auf dem Ann-Arbor-System aufbaut. Welches System im Einzelfall maßgeblich ist, richtet sich nach Lymphomentität, aktuellen Leitlinien und dem Tumorboard.

Stadien — Orientierung

Stadium IEine Lymphknotenregion (I) oder ein einzelner extralymphatischer Herd (IE)
Stadium IIZwei oder mehr Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells (ggf. IIE)
Stadium IIIBefall von Lymphknotenregionen beidseits des Zwerchfells (ggf. IIIE, IIIS)
Stadium IVDisseminierter Befall extralymphatischer Organe, mit oder ohne Lymphknotenbefall

Die Darstellung ist eine Kurzfassung der Originalarbeit. Maßgeblich sind die Originalquellen, aktuelle Leitlinien und die Beurteilung durch das behandelnde Team. Keine Diagnose.

Aufbau: Ann-Arbor-Klassifikation

Übersicht über Stadien und Zusätze der Ann-Arbor-Klassifikation in der Kurzfassung.

I / IE

Stadium I

Befall einer einzelnen Lymphknotenregion oder eines einzelnen extralymphatischen Organs bzw. Bezirks (IE)

II / IIE

Stadium II

Befall von zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells; IIE: zusätzlich lokalisierter extralymphatischer Befall derselben Seite

III

Stadium III

Befall von Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells; mit Zusatz E (extralymphatisch), S (Milz) oder beidem

IV

Stadium IV

Diffuser oder disseminierter Befall eines oder mehrerer extralymphatischer Organe, mit oder ohne Lymphknotenbefall

A / B

Zusatz A / B

B-Symptome: unerklärtes Fieber über 38 °C, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 % in 6 Monaten; A = keine B-Symptome

E · S · X

Zusätze E, S, X

E = extranodaler Befall, S = Milzbefall, X = große Tumormasse („bulky“, Definition laut Cotswold-Modifikation bzw. Leitlinie)

Hinweis: Die genauen Definitionen (z. B. Lymphknotenregionen, Schwellenwerte für „bulky disease“) sind der Originalarbeit bzw. den aktuellen Leitlinien zu entnehmen. Die Kurzbeschreibungen hier sind eine Zusammenfassung.

Quellen: Carbone PP, Kaplan HS, Musshoff K, Smithers DW, Tubiana M. Report of the Committee on Hodgkin’s Disease Staging Classification. Cancer Res 1971;31:1860–1861. Lister TA et al. Report of a committee convened to discuss the evaluation and staging of patients with Hodgkin’s disease: Cotswolds meeting. J Clin Oncol 1989;7:1630–1636. Cheson BD et al. Recommendations for initial evaluation, staging, and response assessment of Hodgkin and non-Hodgkin lymphoma: the Lugano classification. J Clin Oncol 2014;32:3059–3068.

So nutzen Sie die Ann-Arbor-Klassifikation in ArztGPT

1

Stadium nachschlagen

Stadien, Zusätze und B-Symptome strukturiert abrufen.

2

Befunde einordnen

Die Einordnung mit Bildgebung, Histologie und aktuellen Leitlinien abgleichen.

3

Stadium dokumentieren

Stadium inklusive Zusätzen für Arztbrief und Dokumentation festhalten.

Klinische Bedeutung: Ann-Arbor-Klassifikation

Anatomische Ausbreitung

Das Stadium beschreibt die Ausbreitung der Erkrankung, nicht die Aggressivität des Lymphoms.

Vier Stadien

Stadium I bis IV, ergänzt durch die Zusätze A/B, E, S und X.

Keine Punktwerte

Die Klassifikation ist eine Einordnung nach Befallsmuster, kein Score mit Punkten.

B-Symptome

Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden mit dem Zusatz B vermerkt.

Weiterentwicklung

Die Lugano-Klassifikation baut auf dem Ann-Arbor-System auf; die maßgebliche Version richtet sich nach Leitlinie und Lymphomentität.

Kein Diagnoseinstrument

Die Einordnung ersetzt weder Histologie noch die Beurteilung im Tumorboard.

FAQ: Ann-Arbor-Klassifikation

Was ist die Ann-Arbor-Klassifikation?

Die Ann-Arbor-Klassifikation ist ein anatomisches Stadiensystem für Lymphome. Sie teilt die Ausbreitung der Erkrankung in die Stadien I bis IV ein und ergänzt sie durch Zusätze wie A/B, E, S und X.

Welche Stadien gibt es?

Stadium I: eine Lymphknotenregion oder ein einzelner extralymphatischer Herd. Stadium II: zwei oder mehr Regionen auf einer Zwerchfellseite. Stadium III: Befall beidseits des Zwerchfells. Stadium IV: disseminierter Befall extralymphatischer Organe.

Was bedeutet der Zusatz A oder B?

Mit B wird das Vorliegen von B-Symptomen gekennzeichnet (unerklärtes Fieber über 38 °C, Nachtschweiß, Gewichtsverlust von mehr als 10 % in 6 Monaten), mit A das Fehlen dieser Symptome.

Was bedeuten die Zusätze E, S und X?

E steht für extranodalen Befall, S für Milzbefall und X für eine große Tumormasse („bulky disease“). Die genaue Definition von „bulky“ ist der Cotswold-Modifikation bzw. der aktuellen Leitlinie zu entnehmen.

Gilt die Ann-Arbor-Klassifikation nur für das Hodgkin-Lymphom?

Sie wurde für das Hodgkin-Lymphom entwickelt und wird auch für Non-Hodgkin-Lymphome verwendet. Für das Staging nodaler Lymphome wird heute häufig die darauf aufbauende Lugano-Klassifikation genannt.

Stellt die Ann-Arbor-Klassifikation eine Diagnose?

Nein. Sie beschreibt die Ausbreitung eines bereits diagnostizierten Lymphoms und ersetzt weder die histologische Diagnose noch die ärztliche Beurteilung.

Kann ich mit ArztGPT die Ann-Arbor-Klassifikation automatisch auswerten lassen?

Nein. ArztGPT bietet hier keinen Rechner und führt keine eigene Auswertung durch. Die Referenz hilft, Aufbau und Einordnung strukturiert nachzuschlagen — die Bewertung bleibt Aufgabe der behandelnden Fachperson.

Was kostet die Ann-Arbor-Klassifikation-Referenz in ArztGPT?

ArztGPT bietet eine kostenlose 7-Tage-Testphase — in der Testphase entsteht kein Bezahlabonnement. Danach steht ArztGPT Pro für 49 €/Monat (inkl. MwSt.) zur Verfügung.

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Hinweis: Die Darstellung der Ann-Arbor-Klassifikation dient der Informationsaufbereitung für medizinisches Fachpersonal und ersetzt weder die Untersuchung der Patienten noch eine ärztliche Diagnose. ArztGPT führt keine eigene Einschätzung durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt (MDR EU 2017/745).